FAQ

Fragen und Antworten

Mehr über die BürgerEnergie Berlin und das Netzkauf-Vorhaben finden Sie in unserem kurzen Video. Einen genaueren Überblick über die wichtigsten Informationen liefert unser Informationspapier. Alle weiteren Fragen sind hier beantwortet:

Was will die BürgerEnergie Berlin?

Die BürgerEnergie Berlin will gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern das Berliner Stromnetz kaufen und in Zukunft in einem bürgereigenen Unternehmen selbst betreiben. Dafür sammeln wir in unserer Genossenschaft und auf einem Treuhandkonto das nötige Geld ein. Wir bewerben uns derzeit um die Konzession, mit der das Land Berlin festlegt, wer das Stromnetz betreiben und besitzen darf.

Warum überhaupt?

Im zukünftigen Energiesystem werden die Stromverteilnetze eine zentrale Rolle spielen.  Wenn der Umstieg auf Erneuerbare Energien gelingen soll, muss das Berliner Stromnetz schon heute darauf ausgerichtet werden. Außerdem erwirtschaften Stromnetze Millionengewinne. Diese sollen der Energiewende und den Bürgern zugute kommen und in der Region wirksam werden. Berlin gewinnt mit dem Stromnetz in Bürgerhand eine wertvolle Anlage der Daseinsvorsorge und der regionalen Wertschöpfung. Mit dem Kauf unseres Stromnetzes treiben wir die Demokratisierung der Energielandschaft voran, damit wir Bürgerinnen und Bürger über die zukünftige Energieversorgung mitentscheiden können.

Wie kann die BürgerEnergie Berlin den professionellen Netzbetrieb und die Versorgungssicherheit garantieren? Wer sorgt für die nötige technische Kompetenz?

Wir sind Bürgerinnen und Bürger, keine Experten in Sachen Stromnetzbetrieb. Daher streben wir eine Zusammenarbeit mit professionellen und unabhängigen Netz-Partnern an. Dies können selbstverständlich nur solche Partner sein, die für ein ökologisches und nachhaltiges Energiesystem stehen und unsere energiepolitischen Ziele teilen. Unabhängige, fortschrittliche Netzbetreiber können als Partner oder Dienstleister in einem Verbund das nötige Wissen und die Kompetenz für den Betrieb eines großen Stromnetzes liefern. Außerdem ist in der Stadt bereits viel Kompetenz versammelt – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Vattenfall, die derzeit den Berliner Netzbetrieb betreuen, sind erfahrene Experten für unser Netz. Die BürgerEnergie Berlin möchte diese Kompetenz und die Arbeitsplätze erhalten und die derzeitigen Mitarbeiter im Netzbetrieb übernehmen.
Einen gemeinsamen Netzbetrieb mit Vattenfall oder einem anderen der großen Energiekonzerne, die unsere Ziele für eine bürgereigene und zukunftsfähige Gestaltung des Energiesystems nicht teilen, schließen wir jedoch aus.

Will die BürgerEnergie Berlin das Netz zu 100 Prozent selbst kaufen? Gibt es auch Kooperationsmodelle?

Unser Ziel heißt: Das Stromnetz gehört in Bürgerhand. Dazu gehört auch, dass die öffentliche Hand Verantwortung für das Netz übernimmt und sich daran beteiligt. Denn es sollten alle Berlinerinnen und Berliner die Möglichkeit zur Einflussnahme auf ihr Netz haben, auch wenn sie nicht an unser Genossenschaft beteiligt sind.
Daher bietet die BürgerEnergie Berlin auf ein Kooperationsmodell mit dem Land Berlin. In diesem Modell betreiben Berlin und unsere Bürgergenossenschaft das Stromnetz in einem gemeinsamen Unternehmen. Daran wird — so auch die Vorstellungen des Landes Berlin und der regierenden Koalition — das Land mindestens 51 Prozent der Anteile halten. Die BürgerEnergie Berlin wird dann also maximal 49 Prozent des Netzes besitzen. In diesem Rahmen ist auch eine Beteiligung an einem Kooperationsmodell mit unabhängigen, fortschrittlichen Netz-Partnern für uns denkbar. Eine Kooperation mit einem der großen Energiekonzerne, die unsere Ziele für das Energiesystem nicht teilen, schließen wir jedoch aus.

Was wird das Netz kosten?

Der endgültige Kaufpreis für das Netz wird zwischen dem alten Netzinhaber, in Berlin derzeit Vattenfall, und dem Käufer ausgehandelt. Als Grundlage für diese Verhandlungen dienen Fachgutachten, die Vorstellungen über den Preis liegen meist weit auseinander. Ein genauer Preis lässt sich derzeit noch nicht beziffern, da noch nicht ausreichend Informationen über den Zustand des Netzes vorliegen.
Ein Kurzgutachten im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft veranschlagt für den Wert des Netzes etwa 400 Mio. Euro. Vattenfall spricht offiziell von einem Wert des Netzes von 3 Mrd. Euro, wir halten dies jedoch für sehr unrealistisch. Hier ist davon auszugehen, dass Vattenfall eine strategische Zahl veröffentlicht hat, die nach derzeitiger Rechtslage nicht als Grundlage für den Kauf des Netzes dienen kann. Dafür spricht auch, dass die Bewag, der ehemaligen landeseigene Stromversorger Berlins, 1997 für umgerechnet 1,17 Mrd. Euro verkauft wurde. In diesem Preis waren neben dem Stromverteilnetz zusätzlich auch das Fernwärmenetz und Kraftwerke zur Strom– und Wärmeproduktion enthalten.
Nach unseren Bewertungen ist mit einem Kaufpreis von knapp 1 Mrd. Euro für das gesamte Netz zu rechnen.

Wie will die BürgerEnergie Berlin das Geld für den Kauf des Netzes aufbringen?

Wir werden nicht den gesamten Preis für das Netz alleine aufbringen müssen. Bei der Finanzierung einer Netzübernahme wird von einer Eigenkapitalquote von maximal 40 Prozent ausgegangen, etwa 60 Prozent des Kaufpreises können durch zusätzliche Kredite finanziert werden. Zudem bietet die BürgerEnergie Berlin auf ein Kooperationsmodell mit dem Land Berlin, bei dem wir nicht 100 Prozent des Netzes besitzen, sondern maximal 49 Prozent. Entsprechend verringert sich auch der Anteil des Eigenkapitals, den wir beisteuern. Diesen stemmen wir gemeinsam – indem wir viele Bürgerinnen und Bürgern für unser Anliegen begeistern. Wie hoch die Summe genau ist, die wir benötigen, lässt sich — auch durch die Unsicherheiten beim Kaufpreis des Netzes — noch nicht endgültig sagen.

Wieviel Geld ist bereits beisammen?

Momentan beteiligen sich rund 2300 Personen finanziell am Netzkauf der BürgerEnergie Berlin, die gemeinsam bereits etwa 10,3 Millionen Euro dafür bereitgestellt haben. (Stand: Mai 2014)

Warum sollte Vattenfall das Stromnetz verkaufen?

Freiwillig wird Vattenfall das Netz vermutlich nicht verkaufen, weder an uns, noch an andere. Doch um das Stromnetz betreiben zu dürfen, benötigt der Netzbetreiber die Erlaubnis vom Land Berlin, die sogenannte Konzession. Diese wird in größeren Abständen immer wieder neu vergeben, so sieht es das Gesetz vor. Der jetzige Konzessionsvertrag mit Vattenfall läuft Ende 2014 aus und wird vom Berliner Abgeordnetenhaus neu vergeben. Vattenfall ist dann gezwungen, dem neuen Konzessionsinhaber das Stromnetz zu verkaufen.

Wie läuft das Vergabeverfahren ab? Wer entscheidet?

Im sogenannten Konzessionierungsverfahren vergibt das Land Berlin die Erlaubnis für den Netzbetrieb. Der momentan gültige Konzessionsvertrag mit Vattenfall gilt noch bis Ende 2014. Das Verfahren für die Neuvergabe hat Ende 2011 begonnen. Die BürgerEnergie Berlin hat — neben einigen anderen Bewebern — in einem ersten Schritt Anfang 2012 bereits ihr Interesse an der Konzession beim Land Berlin bekundet. Im weiteren Verfahren hat sie ihre Eignung für den Netzbetrieb nachgewiesen und im Juni 2014 ein erstes Angebot für den Kauf und den Betrieb des Netzes an das Land Berlin gemacht. In einem nächsten Schritt folgen Verhandlungen zwischen den einzelnen Bewerbern und dem Land Berlin.  Am Ende wird der Senat anhand eines umfangreichen Kriterienkataloges einen Bewerber auswählen und dem Berliner Abgeordnetenhaus vorschlagen, das dann endgültig über die Vergabe der Konzession entscheidet. Bei dieser Entscheidung ist nicht allein das wirtschaftlichste Angebot ausschlaggebend. Senat und Abgeordnetenhaus können auch auf Grundlage politischer Erwägungen hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit der Konzepte der Bewerber entscheiden, wer künftig das Netz betreiben soll. Wann genau die Entscheidungen fallen, ist noch nicht bekannt, wird sich aber im Laufe des Verfahrens zeigen.
Weiterlesen: Welche Unternehmen bewerben sich neben der BürgerEnerie Berlin um das Berliner Stromnetz?

Welche Unternehmen bewerben sich um das Berliner Stromnetz?

Insgesamt haben drei Unternehmen ein Angebot für den Abschluss eines Konzessionsvertrages und damit den Kauf des Berliner Stromnetzes abgegeben. Diese sind:

Ursprünglich auch Interesse bekundet, aber ihre Bewerbung zurückgezogen haben

Alle Bewerber müssen im kommenden Vergabeverfahren Angebote abgeben, anschließend wählen Senat und Abgeordnetenhaus einen neuen Konzessionär aus.

Stand: Juni 2014

Was ist ein Stromverteilnetz? Und warum ist es wichtig für die Energiewende?

Das Verteilnetz ist das Stromnetz der niedrigsten Spannungsebene. Über das Stromverteilnetz sind die Endverbraucher, also die einzelnen Haushalte, an die Netze der höheren Spannungsebenen angebunden und werden mit Elektrizität versorgt.
Die Verteilnetze gewinnen im Rahmen der Energiewende zunehmend an Bedeutung, da die Form der Energieversorgung umgestellt werden soll: In Zukunft wird Strom nicht mehr in wenigen großen fossilen Kraftwerken produziert, sondern entsteht in vielen kleinen Anlagen, dort wo gerade die Sonne scheint oder der Wind weht. Diese dezentralen Anlagen können oft nah am Verbraucher angesiedelt werden und speisen den Strom direkt in das Verteilnetz ein. Bei großen Kraftwerken muss der Strom dagegen meist über größere Entfernungen transportiert werden. Damit ändert sich ebenfalls die Rolle des Netzbetreibers: Er ist nicht länger nur Dienstleister, der Strom von A nach B leitet, sondern kann eine aktive Gestaltungsrolle einnehmen, indem er Engpässe und Überkapazitäten ausgleicht. Hierzu müssen Speicher, Erzeugungs– und Verbrauchskapazitäten gezielt eingesetzt und das Netz so intelligent umgestaltet werden, dass es den Bedürfnissen der Erneuerbaren Energien entspricht.
Wenn die Energiewende nicht an den Stromnetzen scheitern soll, braucht es intelligente Netzbetreiber, die mit aller Kraft die Einspeisung von Erneuerbaren fördern und Netzsysteme zukunftsweisend optimieren.

Welches Stromnetz will die BürgerEnergie Berlin kaufen?

Die BürgerEnergie Berlin möchte das Stromverteilnetz des Landes Berlin erwerben. Es besteht aus 35.000 km Erdkabeln, 1000 km Freileitungen und den entsprechenden Masten, sowie der zugehörigen Infrastruktur aus Transformatoren und Umspannstationen auf knapp 900 km² geografischer Fläche.

Wem gehört das Berliner Stromnetz heute?

Das Berliner Stromverteilnetz gehört derzeit der Vattenfall Europe Distribution Berlin GmbH, einem hundertprozentigen Tochterunternehmen des Energiekonzerns Vattenfall Europe.

Wer ist Vattenfall?

Vattenfall Europe gehört zu 100 Prozent dem schwedischen Staatsunternehmen Vattenfall AB. Vattenfall AB hat eine Klage vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington gegen die deutsche Bundesregierung angekündigt und fordert Entschädigungen in Milliardenhöhe wegen deren jüngsten Beschlüssen in der Atompolitik.
Vattenfall Europe betreibt nicht nur die Stromverteilnetze in Berlin und Hamburg, sondern auch zahlreiche Kohlekraftwerke, ist Miteigentümer des Atomkraftwerks Brokdorf sowie der mittlerweile stillgelegten Atommeiler Krümmel und Brunsbüttel. Zusätzlich betreibt Vattenfall Europe mehrere Braunkohle-Tagebaue in Brandenburg und Sachsen. Für diese Tagebaue mussten in der Vergangenheit allein im Lausitzer Braunkohlerevier mehr als 80 Dörfer weichen und deren Bewohner umgesiedelt werden, weitere sollen folgen. Vattenfall Europe setzt sehr viel stärker auf die extrem klimaschädliche Braunkohle als andere Energiekonzerne.

Warum sollte das Netz nicht bei Vattenfall bleiben?

Die Verteilnetze spielen beim Umstieg auf Erneuerbare Energien eine zentrale Rolle. Wenn die Energiewende nicht an den Stromnetzen scheitern soll, braucht es intelligente Netzbetreiber, die mit aller Kraft die Einspeisung von Erneuerbaren Energien fördern. Durch seinen Kraftwerkspark, der größtenteils aus fossilen Großkraftwerken besteht, ist die erforderliche Neutralität des jetzigen Netzbesitzers Vattenfall nicht gegeben. Ein Netzbetrieb, der den Anschluss von Erneuerbaren Energien gegenüber konventionellen Kraftwerken konsequent vorantreibt, steht im Widerspruch zu den aktuellen Interessen des Mutterkonzerns Vattenfall Europe.
Energienetze sind Daseinsvorsorge. Wir Berlinerinnen und Berliner haben daher ein hohes Interesse daran, dass das Stromnetz nachhaltig betrieben wird, damit auch in Zukunft die verlässliche Energieversorgung sichergestellt ist und wir unsere Stadt nach unseren Vorstellungen gestalten können. Vattenfall ist als Aktiengesellschaft gesetzlich verpflichtet, in erster Linie die Interessen seiner Aktionäre zu verfolgen, die vorrangig an der erwirtschafteten Rendite ausgerichtet werden müssen. Nachhaltigkeit und Gemeinwohl sind keine verpflichtenden Komponenten des geltenden Aktiengesetzes und werden daher von Aktiengesellschaften meist nur nachrangig behandelt. Damit das Stromnetz im Sinne Berlins betrieben wird, muss es den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt gehören.

Was passiert mit den Mitarbeitern von Vattenfall, wenn die BürgerEnergie Berlin das Netz kauft?

Im Falle eines Netzkaufs braucht die BürgerEnergie Berlin erfahrene Mitarbeiter für den Betrieb des Stromnetzes. Die größte Kompetenz in diesem Bereich ist schon in der Stadt versammelt: Wir möchten auch in Zukunft mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenarbeiten, die derzeit bei Vattenfall den Netzbetrieb in Berlin betreuen. Allerdings gilt dies nicht uneingeschränkt: In der Ausrichtung und Leitungsebene des Netzbetriebs wird es u.U.Veränderungen geben, da die BürgerEnergie Berlin einen zukunftsfähigen Netzbetrieb anstrebt, der anderen Grundsätzen verpflichtet ist als denen des Vattenfall-Konzerns.

Würde die BürgerEnergie Berlin auch mit Vattenfall zusammenarbeiten?

Nein. Einen gemeinsamen Netzbetrieb mit Vattenfall oder einem anderen großen Energieunternehmen, das unsere energiepolitischen Ziele nicht teilt, schließen wir aus.

In welchem Zustand ist das Netz?

Über den Zustand der Anlagen gibt der jetzige Netzbetreiber bislang keine genauen Informationen preis. Offiziell spricht Vattenfall davon, viel Geld in das Netz zu investieren. Im Laufe des Konzessionsvergabeverfahrens muss Vattenfall dem Land Berlin und den anderen Bewerbern aber weitere Informationen über den Zustand des Netzes zur Verfügung stellen.

Ist eine Beteiligung an einem Stromnetz eine sichere Geldanlage?

Wer einen Teil eines Stromnetzes erwirbt, besitzt einen soliden Gegenwert. Entsprechend krisensicher ist die Investition in ein Netz. Da die Einkünfte aus dem Netzbetrieb von der Bundesnetzagentur kontrolliert und reguliert werden, kann ein Netzbetreiber in der Regel mit stabilen und konstanten Einnahmen rechnen. Derzeit gesteht die Netzagentur den Verteilnetzbetreibern im Durchschnitt eine Eigenkapitalrendite von sechs bis neun Prozent zu. Da Vattenfall in Berlin wichtige Daten über den Zustand des Stromnetzes zurückhält, lässt sich momentan allerdings noch nicht abschätzen, ab wann im Falle eines Netzkaufs tatsächlich Gewinne anfallen würden. Wer sich mit uns am Netzkauf beteiligt, wird über Ausschüttungen auch an den Gewinnen aus dem Netzbetrieb beteiligt. Über diese Ausschüttungen entscheidet die Generalversammlung der BürgerEnergie Berlin, in der jedes Genossenschaftsmitglied mitentscheiden kann.
Übrigens wollen nicht nur Bürgerinnen und Bürger in Stromnetze investieren: Auch große, strategische Investoren wie Pensionsfonds und Rentenkassen suchen oft Anlagemöglichkeiten in diesem Bereich, da hier in der Regel stabile Gewinne bei sehr geringen Risiken zu erwarten sind.

Welche Aufgaben hat ein Netzbetreiber?

In der Energiewirtschaft gibt es im Wesentlichen drei verschiedene Aufgaben: Produktion, Vertrieb (Verkauf) und Verteilung von Energie. Der Netzbetreiber ist ausschließlich für die Verteilung der Energie zuständig. Das bedeutet, dass die BürgerEnergie Berlin als Berliner Stromnetzbetreiber nur Strom vom Erzeuger zum Verbraucher transportiert und den Netzlastausgleich verantwortet, aber weder Energie produziert (also z.B. Kraftwerke baut), noch Energie verkauft (also Stromanbieter wird). Es ist sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass die verschiedenen Aufgaben von unterschiedlichen Unternehmen (oder zumindest Tochter-Unternehmen) wahrgenommen werden müssen.

Welche Einkünfte hat ein Netzbetreiber?

Die Einnahmen eines Netzbetreibers setzen sich aus den sogenannten Netznutzungsentgelten zusammen, die jeder Verbraucher mit seiner Stromrechnung zahlt. Momentan machen die Netznutzungsentgelte für Privathaushalte etwa 25 Prozent des Strompreises aus. Da ein Stromnetz ein natürliches Monopol, der Netzbetrieb also ein wettbewerbsfreier Markt ist, werden die Netznutzungsentgelte von der Bundesnetzagentur reguliert. Diese legt fest, welche Kosten die Netzbetreiber auf die Endverbraucher umlegen können, wie hoch also entsprechend die Netzentgelte angelegt sein dürfen. Mit den Netznutzungsentgelten finanziert der Netzbetreiber dann die Instandhaltung des Netzes und Investitionen inkl. entsprechenden Fremdkapitalkosten. Zusätzlich genehmigt die Bundesnetzagentur, dass jeder Netzbetreiber aus den Netzentgelten eine Eigenkapitalrendite erzielen darf. Derzeit liegt die genehmigte Rendite für Verteilnetzbetreiber im Durchschnitt bei sechs bis neun Prozent.

Was ändert sich für mich als Berliner, wenn die BürgerEnergie Berlin das Netz kauft? Wird der Strom dann teurer? Muss ich dann Strom von der BürgerEnergie Berlin kaufen?

Für die Stromverbraucher in Berlin ändert sich erst einmal wenig: Wenn wir das Netz kaufen, sind wir nur der Betreiber des Stromnetzes, verkaufen aber keinen Strom. Das bedeutet, dass jeder Berliner bei seinem Stromanbieter bleibt, auch wenn das Netz dann der BürgerEnergie Berlin gehört. Genauso wird ein Wechsel des Netzbetreibers keine Auswirkungen auf den Strompreis haben. Der Teil des Strompreises, auf die der Netzbetreiber einen Einfluss hat, ist streng reguliert und kann (und soll) nicht einfach erhöht oder gesenkt werden.

Kann ich Strom bei der BürgerEnergie Berlin kaufen?

Nein. Wenn die BürgerEnergie Berlin Netzbetreiber wird, sind wir ausschließlich für die Verteilung, also den Transport des Stroms zuständig.

Baut die BürgerEnergie Berlin als Netzbetreiber neue Hochspannungsleitungen?

Nein. Wenn die BürgerEnergie Berlin mit dem Netzkauf erfolgreich ist, sind wir Betreiber des Verteilnetzes von Berlin. Dieses Netz besteht zum größten Teil aus Erdkabeln, die Strom mit niederer Spannung transportieren. Entsprechend werden wir keine neuen Hochspannungsleitungen oder Stromtrassen quer durch die Stadt bauen müssen. Außerdem ist die Förderung der erneuerbaren Erzeugung nicht nur mit dem Ausbau der Netze, sondern vielmehr mit der intelligenten Organisation und Optimierung der bestehenden Infrastruktur verbunden.

Wie sieht das Konzept der BürgerEnergie Berlin für den Netzbetrieb aus?

Die BürgerEnergie Berlin will das Stromnetz fit für die Energiewende machen und als zukunftsorientierter Netzbetreiber alles daran setzen, eine nachhaltige, erneuerbar gespeiste Energieversorgung möglich zu machen. Die gesetzlichen Vorgaben, an denen sich die Netzbetreiber orientieren müssen, decken die Anforderungen an einen ökologisch fortschrittlichen Netzbetrieb nur unzureichend ab. Deshalb brauchen wir einen Netzbetreiber, der sich der Energiewende konsequent verpflichtet und das Netz auf die Bedürfnisse der erneuerbaren Energien ausrichtet. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Erarbeitung und Umsetzung von Lösungen, um das heute auf wenige Großkraftwerke optimierte Netz in die Lage zu versetzen, sehr viele kleine dezentrale Stromerzeuger sicher und effizient einzubinden. Bisherige Netze sind darauf spezialisiert, Strom von Energieerzeugern mit gleichbleibenden und deshalb gut planbaren Mengen zu verteilen. Strom aus erneuerbaren Energien unterliegt dem weniger gut planbaren Einfluss von Wind und Sonne und erfordert daher radikal andere Steuerungskonzepte. Die erforderlichen Investitionen stehen mitunter im Widerspruch zum Betrieb von zentralen und fossilen Kraftwerken. Wenn man jedoch den netzseitigen Wert dezentraler Anlagen in den Vordergrund stellt und proaktiv den Anschluss weiterer dezentrale Erzeugungs– und Verbrauchskapazitäten fördert, können ein zukunftsfähiges Energiesystem vorangetrieben und unnötige Investitionen vermieden werden.
Als bürgereigener Stromnetzbetreiber wollen wir darüber hinaus unsere Stadt zukunftsfähig gestalten. Wir können zum Beispiel durch Anreizprogramme den Energieverbrauch senken und damit Berliner Haushalte darin unterstützen, Energie und Geld zu sparen. Auch bei der Umsetzung von zukunftsorientierten Konzepten wie dezentralen verteilten Energiespeichern, Kraft-Wärme-Kopplung oder Elektromobilität spielt der Stromnetzbetreiber eine wichtige Rolle.

Im Rahmen ihres Angebots im Konzessionsverfahren hat die BürgerEnergie Berlin ihr Konzept für den Betrieb des Berliner Netzes detailliert geschildert und Maßnahmen und Investitionsplanungen vorgeschlagen. Aufgrund des Geheimwettbewerbs dürfen wir dieses Konzept jedoch nicht detailliert veröffentlichen.

Warum will die BürgerEnergie Berlin nicht auch das Gas– und das Fernwärmenetz kaufen?

Der Zeitplan für die Vergabe des Gasnetzes durch die bereits Ende 2013 auslaufende Konzession sehr eng gesteckt. Daher konzentrieren wir uns jetzt auf den gemeinschaftlichen Rückkauf des Stromnetzes.

Wie kann ich mich am Netzkauf beteiligen?

Auf zwei verschiedene Arten: Entweder als Genossenschaftsmitglied der BürgerEnergie Berlin oder als Treugeber. Alle Mitglieder und Treugeber stellen Geld zur Verfügung und bringen so gemeinsam das für den Netzkauf nötige Kapital auf.

Was ist ein Genossenschaftsmitglied?

Wer uns mit voller Kraft unterstützen will, wird Genossenschaftsmitglied. Als Mitglied sind Sie mit sofortiger Wirkung stimmberechtigt in der BürgerEnergie Berlin eG und steuern Geld für den Netzkauf in Form von Genossenschaftsanteilen bei. Diese Anteile wollen wir nicht antasten, sondern für den Kauf des Stromnetzes verwenden. Für die Geschäftsanteile gilt allerdings unsere Satzung – sollten beim Aufbau der Genossenschaft Verluste entstehen, kann die Mitgliederversammlung der Genossenschaft beschließen, dass die Geschäftsanteile verwendet werden, um diese Verluste zu decken. Als Mitglied tragen Sie also mit vielen anderen gemeinsam ein kleines Stück des Risikos, das wir mit unserem Projekt eingehen. Ein Genossenschaftsanteil kostet 100 Euro, jedes Mitglied sollte möglichst mindestens fünf Anteile erwerben.

Was ist ein Treugeber?

Wer noch kein Risiko eingehen will, wird Treugeber bzw. Treugeberin. Als Treugeber werden Sie nicht unmittelbar Mitglied der Genossenschaft, sondern zahlen erst einmal nur Geld auf ein unabhängig von der BürgerEnergie Berlin bestehendes Treuhandkonto ein. Gleichzeitig verpflichten Sie sich, Mitglied der BürgerEnergie Berlin zu werden, wenn es zum Netzkauf kommt. Gelingt uns der Netzkauf, werden die Gelder auf dem Treuhandkonto in Genossenschaftsanteile umgewandelt und alle Treugeber werden Mitglieder der BürgerEnergie Berlin. Kommt der Netzkauf nicht zustande, werden die Gelder an die Treugeber vollständig zurückgezahlt und die Absichtserklärung zur Mitgliedschaft in der Genossenschaft verfällt. Die Mindesteinlage für Treugeber beträgt 500 EUR (entspricht fünf Genossenschaftsanteilen).

Was sind Optionen?

Als Treugeber oder Genossenschaftsmitglied gibt es zusätzlich die Möglichkeit, Optionen zur Verfügung zu stellen, d.h. eine verbindliche Zahlungszusage zu machen, sollten wir den Zuschlag für das Stromnetz erhalten. Bei dieser sogenannten Option bleibt das Geld also erst einmal auf Ihrem eigenen Konto und Sie verpflichten sich, es uns erst zu dem Zeitpunkt und nur dann zur Verfügung zu stellen, wenn wir es für den Netzkauf brauchen. In diesem Fall werden die Optionen wie Treugelder behandelt, Sie erhalten also entsprechend der Höhe der von Ihnen zugesagten Gelder Genossenschaftsanteile der BürgerEnergie Berlin eG. Wer uns Optionen zur Verfügung stellen möchte, muss mindestens mit dem Mindestbeitrag von 500 Euro Treugeber oder Genossenschaftamitglied werden. Sie können also keine Option zur Verfügung stellen, ohne Treugeber oder Mitglied zu werden. Um eine Option auszustellen, füllen Sie einfach das entsprechende Feld auf dem Beitrittsformular oder dem Treuhandformular aus.

Kann ich gleichzeitig Genossenschaftsmitglied und Treugeber werden?

Ja. Sie können gleichzeitig Mitglied werden, Gelder auf das Treuhandkonto einzahlen und uns Optionen zur Verfügung stellen. Ihr Beitrag wäre dann nach Ihrem eigenen Ermessen auf verschiedene Konten aufgeteilt, würde aber voll wirken. Dies kann z.B. sinnvoll sein, wenn Sie eine größere Summe einbringen, aber kein allzu großes Risiko eingehen wollen.
Ein praktisches Beispiel: Sie wollen sich mit 10.000 Euro am Netzkauf beteiligen. Dann können Sie z.B. für 1.000 Euro Genossenschaftsanteile erwerben, zusätzlich 4.000 Euro auf das Treuhandkonto einzahlen und eine Option auf weitere 5.000 Euro ausstellen.

Wie sind die Gewinnaussichten bei einer Beteiligung am Stromnetz?

Da die Einkünfte aus dem Netzbetrieb von der Bundesnetzagentur kontrolliert und reguliert werden, kann ein Netzbetreiber in der Regel mit stabilen und konstanten Einnahmen rechnen. Derzeit gesteht die Bundesnetzagentur den Verteilnetzbetreibern im Durchschnitt eine Eigenkapitalrendite von sechs bis neun Prozent zu. Da der jetzige Netzbetreiber Vattenfall in Berlin wichtige Daten über den Zustand des Stromnetzes zurückhält, lässt sich momentan noch nicht abschätzen, ab wann im Falle eines Netzkaufs tatsächlich Gewinne anfallen.
Wer sich mit uns am Netzkauf beteiligt, wird über Ausschüttungen auch an den Gewinnen durch den Netzbetrieb beteiligt. Über die Ausschüttung dieser Gewinne entscheidet die Generalversammlung der BürgerEnergie Berlin, in der jedes Genossenschaftsmitglied mitentscheiden kann.

Warum gibt es einen Mindestbeitrag?

Um mitmachen zu können, soll jedes Mitglied mindestens 5 Anteile à 100 Euro und jeder Treugeber mindestens 500 Euro beitragen. Eigentlich ist bereits dieser Betrag verwaltungstechnisch kaum zu rechtfertigen, denn es entsteht ein hoher Verwaltungsaufwand pro Person. Die BürgerEnergie Berlin hat sich trotzdem bewusst für diesen Mindestbeitrag entschieden, um auch Menschen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten die Beteiligung zu ermöglichen.

Gibt es einen Maximalbeitrag?

Nein. Schließlich brauchen wir für den Kauf des Berliner Stromnetzes eine ganze Menge Geld. Und da jedes Genossenschaftsmitglied unabhängig von der Höhe seiner Anteile nur eine Stimme hat, besteht die Gefahr der übermäßigen Einflussnahme Einzelner nicht.

Ich kann den Mindestbetrag nicht aufbringen. Kann ich mich trotzdem beteiligen?

Ja, zum Beispiel, indem Sie sich mit anderen zusammentun und Sie gemeinsam Mitglied der Genossenschaft oder Treugeber werden. Sie haben dann gemeinsam eine Stimme in der Genossenschaft. Für das Abstimmungsverhalten in der Genossenschaft, die Gewinnaufteilung und die korrekte Versteuerung nach den persönlichen Steuersätzen der Beteiligten sind die Beteiligten dann selbst verantwortlich. Wenn Sie mit mehreren Personen gemeinsam Treugeber oder Mitglied werden, einigen Sie sich bitte unbedingt gleich zu Beginn darauf, wer Sie in der Genossenschaft vertreten soll! Tragen Sie im Beitrittsformular oder Treuhandvertrag Ihren Vertreter und Ansprechpartner für die BürgerEnergie Berlin oder die Treuhänderin ein. Der Vertreter oder die Vertreterin nimmt dann die Rechte und Pflichten in der Genossenschaft und gegenüber der Treuhänderin wahr.

Die Kampagne für den Netzkauf unterstützen können Sie aber auch mit einer kleinen Spende (für Spenden gibt es selbstverständlich keinen Mindestbetrag – uns hilft jeder Euro!) oder ganz ohne Geld, indem Sie unsere Idee verbreiten oder uns mit ehrenamtlicher Mitarbeit unterstützen. Hier geht es zum Online-Spendenformular.

Kann ich mich auch beteiligen, wenn ich nicht in Berlin wohne?

Ja. Die Mitgliedschaft in unserer Genossenschaft ist nicht auf Berlinerinnen und Berliner begrenzt. Auch Bürgerinnen und Bürger aus anderen Teilen der Bundesrepublik oder anderen Ländern können Mitglieder oder Treugeber der BürgerEnergie Berlin werden und zum Kauf des Berliner Netzes beitragen. Denn mit unserem Vorhaben wollen wir auch ein weithin sichtbares Zeichen für eine bürgereigene und ökologische Energieversorgung setzen.

Können sich auch Firmen oder Vereine beteiligen?

Ja. Auch juristische Personen, also Vereine, Unternehmen etc., können Treugeber und Mitglieder der BürgerEnergie Berlin werden. Sie erwerben genau wie natürliche Personen Anteile und nehmen ihre Rechte in der Genossenschaft durch einen Vertreter wahr.

Ich bin bereits Genossenschaftsmitglied. Wie kann ich weitere Anteile erwerben?

Wenn Sie bereits Mitglied sind und zusätzlich zu Ihren bereits gezeichneten Anteilen weitere Genossenschaftsanteile erwerben möchten, nutzen Sie dafür einfach diese »Aufstockererklärung«. Füllen Sie das Formular aus und senden Sie es uns unterschrieben per Post oder Fax zu.
Der Mindestbetrag für die Aufstockung beträgt 100,00 Euro (entsprechend einem Genossenschaftsanteil). Wenn es Ihnen möglich ist, erwerben Sie bitte mindestens fünf zusätzliche Anteile. Für die Aufstockung Ihrer Anteile benötigen wir von Ihnen nur Ihre persönlichen Daten und eine Einzugsermächtigung bzw. ein SEPA-Lastschriftmandat für den Einzug des Betrags für die zusätzlichen Anteile. Die Angabe Ihrer Mitgliedsnummer ist nicht nötig.

Wenn Sie bereits Genossenschaftsmitglied sind, können Sie auch eine zusätzliche Option zeichnen, ohne weitere Geschäftsanteile zu zeichnen. Nutzen Sie dafür bitte ebenfalls die Aufstockererklärung und senden Sie uns das unterzeichnete Formular per Post oder Fax zu.

Wie werden die Gelder für die Zeit bis zum Netzkauf angelegt?

Die Verwaltung und Anlage der Treugelder nimmt der Treuhänder, die GLS Treuhand, vor. Sie hat sich verpflichtet, die Gelder auf Tages– und Festgeldkonten der GLS Bank  anzulegen. Die GLS Bank gehört dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und dessen Einlagensicherungseinrichtung an. Die Treugelder sind zu 100% über diesen Sicherungsfonds gesichert. Darüber hinaus gelten für die Konten die ökologischen, sozialen und ökonomischen Anlagekriterien der GLS Bank.
Gleiches gilt auch für die Gelder, die als Genossenschaftsanteile gezeichnet werden. Sie werden auf Tages– und Festgeldkonten der GLS Bank angelegt.

Was geschieht mit den auf das Treuhandkonto eingezahlten Beträgen, wenn es zum Netzkauf kommt?

Wenn ein mittelbarer oder unmittelbarer Beteiligungserwerb der BürgerEnergie Berlin am Stromverteilnetz Berlins zustande gekommen ist und sicher gestellt ist, dass der Erwerb vollzogen werden kann (also entsprechende Kredite zur Verfügung stehen), dann wird der Treuhänder die Beträge auf dem Treuhandkonto an die BürgerEnergie Berlin auszahlen. Außerdem wird die BürgerEnergie Berlin alle Treugeber als Mitglieder in die Genossenschaft aufnehmen. Die auf das Treuhandkonto eingezahlten Beträge werden dann in Geschäftsanteile der BürgerEnergie Berlin umgewandelt.
Wer Treugeber wird, erklärt also seine Absicht, der BürgerEnergie Berlin als Mitglied beizutreten, aber nur für den Fall, dass wir das Netz kaufen.

Was geschieht mit den auf das Treuhandkonto eingezahlten Beträgen, wenn der Netzkauf nicht zustande kommt?

Wenn der Vorstand der BürgerEnergie Berlin dem Treuhänder mitteilt, dass kein mittelbarer oder unmittelbarer Beteiligungserwerb der BEB eG am Stromverteilnetz Berlins zustande gekommen ist oder zustande kommen wird, dann wird der Treuhänder die Beträge auf dem Treuhandkonto an die Treugeber zurückzahlen. Dies wird er innerhalb einer Frist von zwei Monaten tun. Die Treugeber werden in diesem Fall nicht Genossenschaftsmitglieder der BürgerEnergie Berlin, es entstehen ihnen dann auch keine weiteren Kosten oder Pflichten.

Kann ich den Treuhandvertrag kündigen, z.B. wenn ich das eingezahlte Geld selbst benötige?

Ja. Allerdings erst ab dem 31.12.2015. Diese lange Frist ist nötig, damit wir die Finanzierung des Netzkauf sicherstellen und dies auch in den Verhandlungen um die Konzession garantieren können. Der bestehende Konzessionsvertrag endet am 31.12.2014, doch unter Umständen können sich die Verhandlungen um die Neuvergabe auch länger hinziehen. Auch die darauf folgenden Verhandlungen zur Übernahme des Netzes vom alten Netzinhaber können weit über 2014 hinaus andauern.
Für die Kündigung des Treuhandvertrags gilt eine dreimonatige Kündigungsfrist, die Rückzahlung der Treugelder erfolgt dann innerhalb von zwei Monaten.

Gibt es Zinsen auf die Gelder auf dem Treuhandkonto?

Die Treugeber erhalten für die Treugelder keine Zinsen. Die Zinsen, die auf dem Treuhandkonto entstehen, werden für die anfallenden Verwaltungsarbeiten (Erfassung der Daten, Verwaltung der Konten und ggf. Rückabwicklung der Gelder) verwendet. Bei den momentan üblichen Niedrigzinssätzen wird auch der Großteil der Zinsen für diese Verwaltungsarbeiten benötigt werden. Sollten darüber hinaus Zinsen anfallen oder sollte das Zinsniveau insgesamt ansteigen, werden die Erträge daraus in die „Stiftung Neue Energie“ der GLS Treuhand fließen, die Projekte für eine nachhaltige, atomstromfreie Energieversorgung in Bürgerhand fördert.
Kommt es zum Kauf des Stromnetzes, dann wird jedes Mitglied und jeder Treugeber entsprechend der Höhe seiner eingezahlten Beiträge an der Gewinnausschüttung der Genossenschaft beteiligt.

Wer ist der Treuhänder der BürgerEnergie Berlin?

Die GLS Treuhand e.V. ist Treuhänderin der BürgerEnergie Berlin. Sie ist ein gemeinnütziger Verein, der Menschen, die ihr Geld sinnvoll einsetzen möchten, mit gemeinnützigem Engagement und sozialem Unternehmertum zusammenbringt. Das Aufgabenfeld der GLS Treuhand bewegt sich in den Bereichen Stiften, Schenken und Vererben. Sie betreibt eigene Zukunftsstiftungen und ist Treuhänderin zahlreicher Stiftungen und Stiftungsfonds. Mehr zur GLS Treuhand...

Ich bin bereits Treugeber. Wie kann ich meine Treugelder aufstocken?

Wenn Sie bereits Treugeber/-in sind, können Sie Ihre Treugelder ganz einfach aufstocken, indem Sie einen weiteren Treuhandvertrag ausfüllen. Nutzen Sie dafür das allgemeine Treuhand-Formular und senden Sie es unterschrieben per Post oder Fax an die GLS Treuhand e.V.. Die Mindestsumme für eine Aufstockung der Treugelder beträgt 500,00 Euro. Bitte vermerken Sie auf dem Formular, dass Sie bereits Treugeber/-in sind. Für die Aufstockung Ihrer Treugelder benötigen wir von Ihnen nur Ihre persönlichen Daten und eine Einzugsermächtigung bzw. ein SEPA-Lastschriftmandat für den Einzug des Betrags für die zusätzlichen Treugelder. Die Angabe Ihrer Bearbeitungsnummer ist nicht nötig.

Wenn Sie bereits Treugeber/-in sind, können Sie auch eine zusätzliche Option zeichnen, ohne weitere Treugelder einzuzahlen. Auch hierfür können Sie den allgemeinen Treuhandvertrag nutzen. Geben Sie in diesem Fall bitte Ihre persönlichen Daten sowie den gewünschten Betrag für die zusätzliche Option an und machen Sie auf dem Vertrag deutlich kenntlich, dass Sie bereits Treugeber/-in sind. Bitte senden Sie das unterschriebene Formular per Post oder Fax an die GLS Treuhand e.V..

Warum mit einer Genossenschaft und nicht mit einer AG oder GmbH?

Wir haben uns für die Genossenschaft entschieden, weil sie die ideale Rechtsform ist, um unsere demokratischen Ziele zu verwirklichen: Jedes Mitglied der Genossenschaft hat eine Stimme, unabhängig von der Höhe seiner oder ihrer Anteile. Das heißt also, dass jedes Mitglied in gleicher Weise an den grundlegenden Entscheidungen beteiligt ist, ganz egal, wie viel Geld es einbringt.
Ein– und Austritte sind bei Genossenschaften – anders als bei anderen Rechtsformen – ohne großen Aufwand und Kosten möglich. Dadurch können problemlos auch viele kleine Anteilseigner beteiligt werden. Beim Ausscheiden aus der Genossenschaft haben die Mitglieder keinen Anspruch auf Auszahlung des inneren Wertes, d.h. die Anteile können im Wert nicht über die ursprünglich eingezahlte Summe steigen. Das Unternehmen kann dadurch langfristig arbeiten.
Gleichzeitig ist die Genossenschaft ein schlagkräftiges Wirtschaftsunternehmen, das sich besonders im Energiebereich bewährt hat.

Wird verhindert, dass große Investoren die Genossenschaft dominieren oder gar übernehmen?

Ja. Kein Investor kann mit viel Kapital unsere Genossenschaft dominieren oder sogar übernehmen, denn davor schützt uns unsere Rechtsform. Auch ein Investor, der große Summen beiträgt, hat in unserer Generalversammlung nur eine Stimme, genau wie jedes andere Mitglied auch.

Ist das Stimmrecht abhängig vom eingezahlten Kapital?

Nein. Jedes Genossenschaftsmitglied der BürgerEnergie Berlin hat eine Stimme, unabhängig von der Höhe seines eingebrachten Kapitals. Wer 500 Euro einzahlt, hat eine Stimme. Wer 500.000 Euro einzahlt, auch.

Welche Rechte und Pflichten habe ich als Genossenschaftsmitglied?

Jedes Mitglied hat Stimmrecht in der Generalversammlung der BürgerEnergie Berlin. Damit hat er aktives und passives Wahlrecht bei der Wahl des Aufsichtsrats der Genossenschaft, kann über die Verwendung von Gewinnen und ggf. den Umgang mit Verlusten entscheiden und ist bei allen richtungsweisenden Entscheidungen über die BürgerEnergie Berlin beteiligt, die in der Generalversammlung getroffen werden. Jedes Mitglied hat außerdem natürlich das Recht, an der Gewinnausschüttung teilzunehmen. Zu den Pflichten der Genossenschaftsmitglieder der BürgerEnergie Berlin zählt die finanzielle Haftung mit ihren Geschäftsanteilen. Darüber hinaus gibt es aber keine Nachschusspflicht für die Mitglieder, diese haften also nicht mit ihrem Privatvermögen. Weiterhin sind alle Mitglieder verpflichtet, der BürgerEnergie Berlin jede Änderung ihrer Anschrift und E-Mail-Adresse mitzuteilen.
Alle Rechten und Pflichten der Mitglieder der BürgerEnergie Berlin lassen sich detailliert in der Satzung der BürgerEnergie Berlin nachlesen.

Was passiert mit Gewinnen und Verlusten der BürgerEnergie Berlin?

Über die Gewinnaufteilung und den Umgang mit möglichen Verlusten entscheidet die Generalversammlung der BürgerEnergie Berlin, in der jedes Mitglied stimmberechtigt ist. Die BürgerEnergie Berlin hat sich in ihrer Satzung den Grundsatz gegeben, dass mindestens 10 Prozent des Jahresüberschusses in Projekte zum Aufbau eines auf erneuerbare Energieträger ausgerichteten, sozial wie ökologisch verträglichen und nachhaltigen Energiesystems verwendet werden sollen, sofern dies die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft erlaubt. Ein Teil der Gewinne soll an die Genossenschaftsmitglieder ausgeschüttet werden.
Sollte die BürgerEnergie Berlin Verluste machen, gibt es verschiedene Möglichkeiten für den Umgang damit. Einerseits wird in der Genossenschaft eine Rücklage aus den Gewinnen gebildet, um Verluste abzufedern. Darüber hinaus hat die Generalversammlung der BürgerEnergie Berlin auch das Recht zu beschließen, dass die Geschäftsanteile der Mitglieder zur Deckung der Verluste verwendet werden. Eine über die Geschäftsanteile hinausgehende Nachschusspflicht für die Mitglieder (oder Treugeber) gibt es nicht. Das bedeutet, dass jedes Mitglied maximal mit der von ihm als Geschäftsanteil in die Genossenschaft eingebrachten Summe haftet.

Hafte ich als Genossenschaftsmitglied mit meinem Privatvermögen?

Nein. In unserer Satzung ist die sogenannte Nachschusspflicht für Mitglieder ausgeschlossen. Jedes Mitglied haftet also maximal mit seinen Geschäftsanteilen, darüber hinaus nicht.

Was geschieht mit der Genossenschaft und meinen Geschäftsanteilen, wenn der Netzkauf nicht zustande kommt?

Sollten wir das Stromnetz nicht kaufen können, hat dies keine direkte Wirkung auf die Genossenschaftsanteile. Die Anteile werden nicht automatisch zurückgezahlt, bleiben aber natürlich im Besitz der Mitglieder. Diese haben in diesem Fall das Recht, innerhalb kurzer Zeit aus der Genossenschaft auszutreten und sich ihre Geschäftsanteile ausbezahlen zu lassen. Es besteht aber keine Pflicht dazu. Unsere Satzung ermöglicht explizit auch ein Engagement der BürgerEnergie Berlin in anderen Bereichen neben dem Netzbetrieb, etwa in der Produktion von Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien. Wie das Kapital der Genossenschaft eingesetzt wird und die BürgerEnergie Berlin ihr Engagement fortführt, entscheiden die Mitglieder in der Generalversammlung.

Kann ich meine Genossenschaftsanteile wieder kündigen oder verkaufen?

Ja. Jedes Mitglied kann mit einer dreijährigen Frist seine Mitgliedschaft kündigen und hat dann Anspruch auf Auszahlung seiner Genossenschaftsanteile. Diese Fristen sind wichtig für die Handlungsfähigkeit der Genossenschaft. Zusätzlich sieht unsere Satzung ein Sonderkündigungsrecht vor für den Fall, dass es nicht zum Kauf des Berliner Stromnetzes kommt. Dann sind ein Austritt und eine Rückerstattung der Gelder innerhalb weniger Monate möglich.

Gibt es ein Mindestalter für die Mitgliedschaft in der BürgerEnergie Berlin? Kann ich für meine Kinder Anteile erwerben?

In der BürgerEnergie Berlin können auch Minderjährige Genossenschaftsmitglied werden. Dafür ist allerdings die Zustimmung des Erziehungsberechtigten notwendig. Wenn Sie für Ihre Kinder Genossenschaftsanteile erwerben wollen, geben Sie auf dem Mitgliedsantrag bzw. dem Treuhandvertrag den Namen Ihres Kindes an und schreiben den Namen des Kontoinhabers bei der Bankverbindung dazu. Unterschreiben müssen beide Erziehungsberechtigte. Sollte der Netzkauf nicht zustande kommen, werden die Treugelder an das angegebene Konto zurück überwiesen. Auch die Gewinnausschüttung wird hierhin überwiesen. Sobald Ihr Kind 18 Jahre alt wird, gehören die auf seinen Namen eingetragenen Anteile und somit das Stimmrecht ihm. Wenn die Gewinnausschüttung ab diesem Zeitpunkt auf ein anderes Konto überwiesen werden soll, müssen Sie bei der BürgerEnergie Berlin die Kontodaten ändern lassen. Die Genossenschaftsanteile können im Übrigen auch weitervererbt werden.

Wie werden Genossenschaftsanteile steuerlich behandelt?

Der Kauf von Genossenschaftsanteilen kann steuerlich nicht geltend gemacht werden und Verzinsungen bzw. Dividenden sind wie von einer GmbH in die Steuererklärung mit aufzunehmen. Verlustzuweisungen sind nicht möglich.

Wie werden die Gewinnausschüttungen der BürgerEnergie Berlin versteuert?

Alle Zahlungen gelten als Gewinnausschüttungen, nicht als Zinsen. Sie sind zu versteuern. Durch die Abgeltungssteuer gilt seit dem 1. Januar 2009 ein allgemeiner Steuersatz von 25 Prozent auf Dividenden, auch solche aus Genossenschaftsanteilen. Zusätzlich müssen die Anleger derzeit 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zahlen. Die Abgeltungssteuer ist eine Quellensteuer, die direkt abgeführt wird. Anleger, deren Grenzsteuersatz deutlich über dem Satz der Abgeltungssteuer liegt, zählen zu den Gewinnern der Reform. (Sie müssen also nicht noch einmal zusätzlich Steuern zahlen.)
Wer einen persönlichen Grenzsteuersatz von weniger als 25 Prozent hat, kann die Differenz über die Steuererklärung zurückfordern. Der Sparerpauschbetrag ab 2009 beträgt 801 bzw. 1602 Euro. Höhere Werbungskosten können dann nicht mehr angesetzt werden.

Wer ist die BürgerEnergie Berlin?

Die BürgerEnergie Berlin eG i.G. ist eine Genossenschaft in Gründung, die Bürgerinnen und Bürger zusammenschließt, um gemeinschaftlich das Berliner Stromnetz zu kaufen. Wir sind ein freier, parteiübergreifender Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern. Wer sich mit uns für ein Stromnetz in Bürgerhand einsetzen will, ist uns herzlich Willkommen. Hier werden Aufsichtsrat und Vorstand der Genossenschaft vorgestellt.

Wie finanziert sich die BürgerEnergie Berlin?

Unsere Kampagne für den Kauf des Stromnetzes beruht derzeit größtenteils auf ehrenamtlicher Arbeit. Sie ist nur möglich, weil uns viele Menschen mit Zeit, Energie und Erfahrung unentgeltlich unterstützen. Die Genossenschaftsanteile und auch die Treugelder werden nicht für die Kampagnenkosten, sondern ausschließlich für den Netzkauf verwendet. Für den Start unserer Kampagne konnten wir einige Mittel durch Sponsoring gewinnen, um die ersten Kosten für Materialien und unser Büro zu decken. Auf Dauer ist unsere Kampagne jedoch nur möglich, wenn viele Menschen uns mit kleinen oder großen Spenden unterstützen. Helfen Sie mit und ermöglichen Sie die Netzkauf-Kampagne! Hier können Sie spenden.

Warum sammelt die BürgerEnergie Berlin neben dem Geld für den Netzkauf auch noch Spenden?

Die Genossenschaftsanteile und auch die Treugelder werden nicht für die Kampagnenkosten, sondern ausschließlich für den Netzkauf verwendet. Daher sind wir auf Spenden angewiesen, um unsere laufenden Kosten (z.B. für unser Büro, Materialien und Verwaltungsarbeiten) decken zu können. Für den Start unserer Kampagne konnten wir einige Mittel durch Sponsoring gewinnen, doch auf Dauer ist unsere Kampagne nur möglich, wenn viele Menschen uns mit kleinen oder großen Spenden unterstützen. Hier können Sie spenden.

Gibt es eine Spendenbescheinigung für Spenden an die BürgerEnergie Berlin?

Die BürgerEnergie Berlin ist als Genossenschaft nicht gemeinnützig und kann deshalb keine Spendenbescheinigungen ausstellen.

Kann ich bei der Kampagne mitmachen?

Ja, zum Beispiel indem Sie unsere Idee weiterverbreiten oder uns bei der Kampagne unterstützen. Wir können jede helfende Hand gebrauchen! Hier können Sie mitmachen.

Welche Rolle spielt der Volksentscheid über das Stromnetz? Wie steht die BürgerEnergie Berlin zum Berliner Energietisch?

Der Berliner Energietisch ist ein Bündnis verschiedener Initiativen, das im November 2013 den Volksentscheid »Neue Energie für Berlin« durchgeführt hat. Ziel des Energietisches war es, per Referendum die Gründung von Stadtwerken und die Rekommunalisierung des Stromnetzes zu erzwingen. Trotz großer Zustimmung von über 80 Prozent der abgegebenen Stimmen ist der Volksentscheid knapp am nötigen Quorum gescheitert. Dennoch ist mit dem Entscheid noch keine Entscheidung über das Stromnetz und die Konzession gefallen. Denn diese wird allein im Konzessions-Vergabeverfahren getroffen; der Volksentscheid hätte darauf vor allem politischen Druck ausüben können. Daher hat sich die BürgerEnergie Berlin u.a. dafür entschieden, eine eigene Bewerbung im Konzessionsverfahren abzugeben.

Dennoch hat die BürgerEnergie Berlin den Volksentscheid des Energietisches unterstützt. Denn uns verbinden gemeinsame Ziele: Wir streiten für ein Stromnetz in der Hand von Berlinerinnen und Berlinern. Wir treten ein für eine ökologisch orientierte und demokratisch kontrollierte Energiewirtschaft und für ein zukunftsfähiges Stromnetz, das eine 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung der Hauptstadt ermöglicht. Die Gewinne aus dem Betrieb des Berliner Stromnetzes sollen regional wirksam werden und zurück in die Stadt fließen. Wir haben uns für unterschiedliche Modelle entschieden, mit denen diese gemeinsamen Ziele erreicht werden können. Eine Berücksichtigung der BürgerEnergie Berlin im Gesetzentwurf des Berliner Energietisches hätte juristisch einige Schwierigkeiten beinhaltet, daher beschreiten wir verschiedene Wege. Beide Initiativen tauschen sich jedoch regelmäßig aus und verstehen sich nicht als konkurrierende Kampagnen. Trotz der unterschiedlichen Wege, die beide Initiativen verfolgen, eint uns das gemeinsame Ziel: Das Berliner Stromnetz gehört in die Hand von Bürgerinnen und Bürgern, nicht in die Hand von Vattenfall.

Wie steht die BürgerEnergie Berlin zur Rekommunalisierung des Stromnetzes?

Unser Ziel heißt: Das Stromnetz gehört in Bürgerhand. Darunter fällt auch die Beteiligung der öffentlichen Hand am Stromnetz. Daher steht die BürgerEnergie Berlin einer kommunalen Partnerschaft mit dem Land Berlin offen gegenüber. Eine alleinige Rekommunalisierung halten wir jedoch für nicht ausreichend, um den ökologischen und nachhaltigen Netzbetrieb sicherzustellen. Die Entscheidungen über Netzbetrieb und Gewinnverwendung lägen in diesem Fall größtenteils im Ermessen von Senat und Verwaltung. Es bestünde die Gefahr, dass sie den politisch-taktischen Zielen der Landespolitik unterworfen würden. Die im politischen Tagesgeschäft relevanten Zeithorizonte von einer oder zwei Legislaturperioden hätten im Zuge von Wahlkämpfen unter Umständen eine größere Bedeutung als die Verfolgung langfristiger Ziele hinsichtlich Nachhaltigkeit und Daseinsvorsorge. Auch eine erneute Privatisierung in Zeiten knapper Kassen könnte nicht ausgeschlossen werden. Daher braucht es auch die Beteiligung einer Bürgergenossenschaft am Stromnetz. Die BürgerEnergie Berlin als Miteigentümerin am Stromnetz kann sicherstellen, dass die politischen Ziele nicht aus dem Blickfeld des Netzbetreibers verschwinden, sondern konsequent umgesetzt werden. Daneben kann die direkte finanzielle Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern am Kauf des Stromnetzes eine Belastung des Berliner Haushaltes deutlich verringern. Wir können so maßgeblich zur Finanzierung des Netzkaufs beitragen und gleichzeitig die Akzeptanz und die politischen Voraussetzungen für ein Netz in Bürgerhand schaffen.

Wie steht die BürgerEnergie Berlin zu Parteien?

Die BürgerEnergie Berlin versteht sich als parteiübergeifender und freier Zusammenschluss. Wir stehen keiner Partei nahe und lassen uns nicht vereinnahmen, sondern sind offen für jede Unterstützung für ein Stromnetz in Bürgerhand – egal welche politische Farbe sie hat.

Was bedeutet »eG«?

eG“ steht für „eingetragene Genossenschaft“. Die Genossenschaft BürgerEnergie Berlin eG wurde im Dezember 2011 gegründet und ist im Genossenschaftsregister des Amtsgerichts in Berlin unter der Nummer GnR 734 eingetragen.

Noch mehr Fragen? Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie eine Frage haben, die hier nicht beantwortet wird, kontaktieren Sie uns! Schreiben Sie uns eine E-Mail an info(at)buerger-energie-berlin.de.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>